Versicherungsfachbüro Paul-Heinz Münch
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Wer auf sein laufendes Einkommen angewiesen ist (z. B. auch zur Tilgung laufender Kredite), braucht für eine Arbeitsunfähigkeit durch Krankheit oder Unfall Versicherungsschutz. Wenn die Arbeitsunfähigkeit bei Arbeitnehmern über die Zeit einer Lohnfortzahlung hinausgeht und das Krankengeld der Krankenkasse deutlich niedriger ist als das bisherige Nettoeinkommen, benötigen insbesondere Arbeitnehmer mit höherem Einkommen oder Selbständige bzw. Freiberufler ein Krankentagegeld. Grundsätzlich gilt dies aber auch für alle anderen Arbeitnehmer, wenn keine oder nur geringe Geldreserven vorhanden sind und ein krankheits- oder unfallbedingter Einkommensausfall nicht über längere Zeit verkraftet werden kann.
Was leistet die Krankentagegeldversicherung?
Versichert ist der tatsächliche durch Krankheit oder Unfall entstandene Einkommensausfall. Maximal Versicherbar ist das Jahresnettoeinkommen, wobei der Durchschnittsverdienst der letzten 12 Monate maßgebend ist.
Die durch Unfall oder Krankheit entstandene Arbeitsunfähigkeit muss Ärztlich attestiert sein, damit dies als Versicherungsfall gilt.
Die Leistungen der Zusatzversicherung sollten ab dem 43. Tag zur Verfügung stehen. Arbeitnehmer haben den Vorteil einer Lohnfortzahlung im Krankheitsfall von bis zu 6 Wochen.
Bei Selbständigen sollte darauf geachtet werden, dass der Lebensstandard aufrechterhalten werden kann und die Firma weitergeführt werden kann.
Selbständige und Freiberufler haben zwei Möglichkeiten, die Einkommenslücke zu schließen: Sie können zusätzlich zum Krankengeld der gesetzlichen Krankenversicherung eine private Tagegeldversicherung über den nicht gedeckten Tagessatz abschließen. Sie können sich aber auch bei der Krankenkasse ohne Krankengeldanspruch versichern und eine private Versicherung für das volle Krankentagegeld abschließen (was oft günstiger ist). Das Ganze ist letzten Endes eine Beitragsfra-ge. Das heißt: In dieser Situation sollte jeder den Kassenbeitrag für Krankengeld mit dem günstigsten Beitrag für eine private Tagegeldversicherung vergleichen.
Für Selbständige und Freiberufler ist es sinnvoll, eine Tagegeldzahlung nicht gleich vom ersten Krankheitstag an zu vereinbaren. Das ist viel zu teuer. Man sollte überlegen, wie lange man ohne zusätzliche Leistungen finanziell "über die Runden" kommen kann (3, 6 oder mehr Wochen) und erst danach Krankentagegeld vereinbaren. Meistens ist es auch vernünftig, das Tagegeld zu staffeln, z. B. 50 Euro pro Tag ab 4. Woche, weitere 50 Euro ab 7. Woche, weitere 50 Euro ab 13. Woche ...; denn je länger die Karenzzeit, desto niedriger der Beitrag.
Was ist nicht versichert?
Bei Arbeitnehmern und Arbeitern gilt der Versicherungsschutz als nicht eingetreten, wenn innerhalb der Lohnfortzahlung die berufliche Tätigkeit wieder aufgenommen werden kann. Arbeitnehmer haben je nach Betriebsvereinbarung oder Sonderregelung einen Anspruch auf Lohnfortzahlung von 6 Wochen bis zu 78 Wochen. Der Versicherungsschutz beginnt erst nach Ablauf dieser Frist.
Die allgemeine Wartezeit beträgt 3 Monate, entfällt jedoch bei Unfällen. Die besondere Wartezeit gilt für Psychotherapie, Zahnbehandlung, Zahnersatz, Kieferorthopädie und beträgt 8 Monate. Die Wartezeiten werden vom Versicherungsbeginn an gerechnet. In diesem Zeitraum sind die angesprochenen Krankheiten nicht mitversichert.
Die Wartezeiten können entfallen, wenn ein ärztliches Zeugnis über den Gesundheitszustand vorgelegt werden kann.
Des weiteren besteht kein Versicherungsschutz bei Unfällen und Krankheiten:
  • auf Vorsatz beruhende Krankheiten
  • durch Schwangerschaft, Schwangerschaftsabbruch, Fehlgeburt und Entbindung
  • während des gesetzlichen Beschäftigungsverbotes für werdende Mütter und Mütter nach der Geburt
  • durch Alkoholgenuß aufgetretene vorübergehende Bewusstseinsstörung
  • wenn der Ort nicht innerhalb Deutschlands liegt
  • während Kur - und Sanatoriumsbehandlung
  • bei Kriegsereignissen oder Wehrdienstbeschädigungen