Versicherungsfachbüro Paul-Heinz Münch
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Warum braucht man eine Privathaftpflicht?
Schon kleine Unaufmerksamkeiten oder Nachlässigkeiten können großen Schaden verursachen. Auch wenn man noch so gewissenhaft ist, hat man mal einen schlechten Tag, ist in Eile oder müde und abgespannt, oder man ist aus einem anderen Grund nicht richtig bei der Sache - schon ist es passiert: Man muß mit seinem gesamten Vermögen und Einkommen haften und zahlen - nicht selten ein ganzes Leben lang. Die Verpflichtung zum Schadenersatz geht sogar auf die Erben über. Außerdem ist die Haftpflicht nicht einmal immer von einem Verschulden abhängig. Die Haftpflichtversicherung bietet Schutz gegen Schadenersatzansprüche, die sich aus den gesetzlichen Bestimmungen ergeben. Unter Haftpflicht versteht man die gesetzliche Verpflichtung, den Schaden zu ersetzen, den man einem anderen zugefügt hat, z. B. durch Unvorsichtigkeit, Leichtsinn oder Vergeßlichkeit.
Die wichtigste Bestimmung über die Schadenersatzpflicht regelt § 823 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB).
Diese Bestimmung sagt sinngemäß:
Wer einem anderen schuldhaft einen Schaden zufügt, muß den Schaden ersetzen (Verschuldenshaftung). Bei Kindern regelt § 828 BGB die Haftung in Abhängigkeit vom Alter des Kindes. Kinder unter 7 Jahren sind für die von ihnen angerichteten Schäden grundsätzlich nicht verantwortlich; man kann sie dafür nicht haftbar machen. Kinder zwischen 7 und 18 Jahren haften nur, wenn sie die nötige geistige Einsichtsfähigkeit haben. Wer mindestens 18 Jahre alt ist, ist für Schäden, die er verschuldet hat, voll verantwortlich. Für Schäden, die Minderjährige unter 18 Jahren verursachen, haften - evtl. neben den Minderjährigen selbst - die Aufsichtspflichtigen, also Eltern, Pflegeeltern, Lehrer oder auch andere (§ 832 BGB), wenn sie nicht beweisen können, daß sie bei der Führung der Aufsicht, die im Verkehr erforderliche Sorgfalt beachtet haben (Verschuldenshaftung mit umgekehrter Beweislast).
Die Haftung ist der Höhe nach im allgemeinen nicht begrenzt.
Es muß grundsätzlich der tatsächliche Schaden ersetzt werden !
Beispiele aus der Schadenspraxis:
  • Sie haben den Gehweg vor Ihrem Haus ist nicht geräumt / gestreut und ein Passant verletzt sich.
  • Sie sind bei Freunden zu Besuch und beschädigen den Teppich z.B. durch verlieren von Zigarettenasche oder durch Umwerfen eines Weinglases.
  • Sie verursachen als Fußgänger oder Radfahrer einen Verkehrsunfall.
Wer ist versichert?
Versichert ist der Versicherungsnehmer als Privatperson aus den Gefahren des täglichen Lebens, zum Beispiel
  • als Familien- und Haushaltsvorstand.
  • als Dienstherr der in seinem Haushalt tätigen Personen.
  • als Radfahrer.
  • bei der Ausübung von Sport, ausgenommen Jagd
  • als Halter oder Hüter von zahmen Haustieren – nicht jedoch von Hunden, Rindern, Pferden und sonstigen Reit- und Zugtieren.
  • als Inhaber
  • einer oder mehrerer im Inland gelegener Wohnungen einschließlich Ferienwohnung.
  • eines im Inland gelegenen Einfamilienhauses
  • eines im Inland gelegenen Wochenendhauses
sofern sie vom Versicherungsnehmer ausschließlich zu Wohnzwecken verwendet werden
Als mitversichert gelten auch:
  • der Ehegatte des Versicherungsnehmers.
  • die unverheirateten Kinder (auch Stief-, Adoptiv- und Pflegekinder), bei volljährigen Kindern jedoch nur, solange Sie sich noch in einer Schul- oder sich unmittelbar anschliessenden Berufsausbildung befinden. Bei Ableistung des Grundwehr- oder Zivildienstes vor, während oder im Anschluß an die Berufsausbildung bleibt der Versicherungsschutz ebenfalls bestehen.
Tip:
Bei unverheirateten Lebenspartnern welche in einer häuslichen/ eheähnlichen Gemeinschaft leben ist nur eine Privathaftpflicht erforderlich. Hierzu ist es notwendig den Lebenspartner dem Versicherer namentlich anzuzeigen und in den Vertrag einschließen zu lassen. Sollten beide Partner bereits eine eigene Privathaftpflicht besitzen, so kann ein Vertrag aufgelöst werden. Hierbei ist zu beachten, daß nicht der teurere, sondern der kürzer bestehende Vertrag beendet werden kann.
Wer ist versichert?
Da Sie nach dem Gesetz unbegrenzt und ein Leben lang für Schäden aufkommen müssen, empfiehlt sich der Abschluß einer möglichst hohen Deckungssumme. (mindestens 2 Mio. pauschal für Personen- und Sachschäden).
Holen Sie vor Abschluß einer Haftpflichtversicherung immer mehrere Angebote ein, da die Prämienunterschiede zum Teil gravierend sind.
Schließen Sie nur Jahresverträge ab damit Sie die Möglichkeit haben jährlich Ihren bestehenden Vertrag zu kündigen um eventuell zu einen günstigeren Anbieter wechseln zu können.
Vereinbaren Sie jährliche Zahlungsweise, da Ihnen bei halbjährlicher, vierteljährlicher und monatlicher Beitragszahlung meist ein Ratenzahlungszuschlag berechnet wird.

Quelle: INNOSystems GmbH